Matrifokale Frauen

Ein Manifest

Kirsten Armbruster | Juni 2018

Foto links. „Groß-Müt­ter-Denk­mal aus Stein“ von der Bild­haue­rin Sieg­lin­de Maul;

Die Gro­ßen Müt­ter, die O-M-A-S wer­den im Patri­ar­chat mit­lei­dig-her­ab­las­send-abwer­tend behan­delt. Wenn wir sagen, dass kann ja sogar die OMA ver­ste­hen, mei­nen wir damit, dass selbst „die Dümms­ten“ in einer Gesell­schaft das ver­ste­hen; das signa­li­siert in der hier­ar­chi­schen Wert­schät­zungs­ska­la des Patri­ar­chats ste­hen Groß­müt­ter, die Gro­ßen Müt­ter, ganz unten. Dem­entspre­chend wer­den sie mone­tär mit Almo­sen abge­speist und in Alters­hei­me abge­scho­ben als unnüt­zer Bal­last einer wur­zel­lo­sen Gesell­schaft. In Wahr­heit ent­hält das Wort O- MA-S jedoch alle, das Leben erklä­ren­de Mut­ter­buch­sta­ben: das O, das Sym­bol der Bauch-Höh­le und des Lebens­krei­ses; das und das A, die Sym­bo­le der gespreiz­ten Bei­ne der Mut­ter bei der Geburt und das S, das Schlan­gen­sym­bol für die Nabel­schlan­ge als Zei­chen für die engs­te Bin­dung, die Men­schen jemals in ihren Leben haben kön­nen. Nicht zufäl­lig hat Gott Vater mit sei­ner Herr­schafts­kopf­theo­lo­gie das A, das Alpha der gespreiz­ten Bei­ne bei der Geburt und das O, das Bauch-Ome­ga, samt der Wand­lung von Tod in Leben, also die Rück­bin­dung im Lebens­kreis aus der ursprüng­li­chen Matrifo­ka­len Reli­gi­on (Reli­gio) patri­ar­chal okku­piert.

Foto rechts: Die „Quell­mut­ter“ der Bild­haue­rin Sieg­lin­de Maul; Die Mut­ter ist die Quel­le unser aller Leben, nicht nur die kör­per­li­che Eizel­len mit Zyto­pla­ma-Nabel­schnur-Gebär­mut­ter-Vagi­na-Vul­va-Mut­ter­brust- Mut­ter, son­dern auch Mut­ter Natur, ohne die mensch­li­ches Leben nicht exis­tie­ren kann; Fotos: Sieg­lin­de Maul

Das Matrifokale-Frauen-Manifest

Matrifo­ka­le Frau­en sind an der Natur ori­en­tier­te Frau­en Sie durch­bli­cken daher die Struk­tu­ren des Patri­ar­chats

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie schwei­gen nicht mehr über des­sen unge­heu­er­li­che Miss­stän­de
  • Sie sehen nicht mehr über des­sen apo­ka­lyp­ti­sche Lebens­raum­zer­stö­rung hin­weg
  • Sie über­spie­len nicht mehr das Aus­maß an Gewalt gegen die Natur und den Kör­per der Frau Sie las­sen sich nicht mehr aus dem öffent­li­chen Raum her­aus­ka­ta­pul­tie­ren
  • Sie dul­den nicht mehr eine aus­schlie­ßen­de, gene­ri­sche Män­ner­an­sprech­spra­che
  • Sie las­sen sich nicht mehr tren­nen von der Com­mons-Ebe­ne der matri­li­nea­ren Linie
  • Sie dul­den nicht mehr das Tren­ne-und-Herr­sche-Dog­ma des Patri­ar­chats
  • Sie fol­gen nicht mehr der The­re-is-no-alter­na­ti­ve-Kriegs­rhe­to­rik des Patri­ar­chats

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie ver­blei­ben nicht mehr im Opfer­sta­tus
  • Sie ver­blei­ben nicht mehr im Frau­en-Sün­de-Schuld-Süh­ne-Sta­tus
  • Sie ver­blei­ben nicht mehr im Lie­be-Har­mo­nie-Frie­de-Freu­de-Eier­ku­chen-Sta­tus Sie ver­blei­ben nicht mehr im Pas­siv­sta­tus
  • Sie ver­blei­ben nicht mehr im Frau­en-sind-nichts-wert-dein-Kör­per-ist-falsch-Sta­tus
  • Sie ver­blei­ben nicht mehr im Der-Mann-kann-nicht-anders-Täter-Ent­schul­di­gungs­sta­tus

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie ken­nen die gan­ze Geschich­te – Her­sto­ry und Histo­ry – der Mensch­heit
  • Sie tren­nen zwi­schen Bio­lo­gie als Natur­wis­sen­schaft und Bio­lo­gis­mus als deren Miss­brauch Sie wis­sen um die freie sexu­el­le Wahl der Frau, die bio­lo­gisch ver­an­ker­te fema­le choice
  • Sie gehen der hete­ro­nor­ma­ti­ven Paar­fi­xie­rung des Patri­ar­chats nicht mehr auf den Leim Sie durch­bli­cken die Mann-wird-Gott-Macht­theo­lo­gie des Patri­ar­chats
  • Sie ken­nen die Rah­men­be­din­gun­gen erd­ge­bun­de­ner Öko­no­mie

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie been­den das Dau­er­erek­ti­ons­den­ken eines Homo-poli­ti­cus-theo­lo­gi­cus-öko­no­mi­c­us Sie ent­lar­ven Kon­kur­renz­den­ken als nicht evo­lu­tio­när, son­dern patri­ar­chal nütz­lich Sie bet­ten Ratio­na­li­tät und Indi­vi­dua­li­tät in Emo­tio­na­li­tät und Koope­ra­ti­on ein
  • Sie ergän­zen Frei­heit und Auto­no­mie durch Empa­thie und kol­lek­ti­ves Bin­dungs­be­wusst­sein Sie stel­len die Ego­ma­nie und die Herr­schaft des patri­ar­cha­len Man­nes an den Pran­ger
  • Sie set­zen auf kon­struk­ti­ve Seins­macht statt auf destruk­ti­ve Herr­schafts­macht Sie zei­gen Alter­na­ti­ven zum Patri­ar­chat auf

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie set­zen Müt­ter ins Zen­trum der Gesell­schaft
  • Sie den­ken vom Bauch, der Quel­le mensch­li­chen Lebens Sie holen sich ihre Matrifo­ka­le Kul­tur­ge­schich­te zurück Sie holen sich ihre Matrifo­ka­le Reli­gi­on zurück
  • Sie holen sich die Matri­li­nea­re Kör­per­bin­dung als lebens­grün­den­de-engs­te Anbin­dung zurück Sie been­den dadurch die aus­ge­setz­te Repu­ta­ti­on von Müt­tern im Patri­ar­chat

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

  • Sie defi­nie­ren Wis­sen­schaft neu
  • Sie defi­nie­ren Fami­lie und Zusam­men­le­ben neu
  • Sie defi­nie­ren Arbeit neu
  • Sie defi­nie­ren Öko­no­mie neu
  • Sie defi­nie­ren Woh­nen neu

Matrifokale Frauen durchblicken die Strukturen des Patriarchats

Sie for­dern Wie­der­gut­ma­chung:

  • ide­ell
  • mone­tär
  • öko­lo­gisch

Sie ken­nen näm­lich die Fol­gen des Patri­ar­chats:

  • Die Natur über­lebt
  • Der Mensch nicht

Das machen sie,
weil sie nicht kurz­fris­tig den­ken,
son­dern ein­ge­bet­tet
in eine lan­ge Fol­ge von
Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on